Liegt doch ein Sinn im subjektiv Sinnlosen?!?
Worin besteht mein Kontakt zur Radiologie als Anästhesist? Ich gucke mir dann und wann ein Thorax-Röntgenbild an, um festzustellen, ob der Patient narkosefähig ist (die Leitlinien sagen bei älteren oder ASA III/IV-Patienten sollte man das tun) und wünsche mir eben bei solchen Patienten ab und zu ein solches Bild vor der Durchführung der Narkose.
Wenn ich dann mal auf der Intensivstation arbeite, ordne ich sogar mal ein solches Thorax-Röntgen an und stehe in der Nähe (natürlich mir respektvollem Abstand), wenn es von den MTA-R (medizinisch- technichen Assistenten/ Radiologie) durchgeführt wird. Ähnlich in der Nähe bin ich mal im OP, wenn die Unfallchirurgen etwas am Patienten unter Durchleuchtung operieren - auch hier selbstverständlich mit (3,5-) millimeterdicken Schutzschürzen und gebührendem Abstand.
Aber, da wir ja in Deutschland leben, wo alles irgendwie gesetzlich geregelt ist, muß selbst der gemeine Anästhesist einen Strahlenschutzkurs absolvieren, um die o.g. Dinge überhaupt machen zu dürfen! Und dieser Kurs besteht aus einer Belehrung, einem Grundkurs, einem Spezialkurs und 12 Monaten Sachkunde, die von einem fachkundigen Arzt bescheinigt werden muß. Erst dann kann ich meine Fachkunde beantragen und die o.g. Dinge selber durchführen!!!
Und so habe ich also dieses Wochenende fast 28 Stunden an drei Tagen mit Strahlenschutz verbracht (was nur der Belehrung und dem Grundkurs entspricht…). Leider wurde ich nicht ganz “dort abgeholt, wo ich stand”… Ich wurde mit stundenlanger Theorie über Strahlenphysik und über Dosismessungen beschallt, die für angehende Radiologen und MTA-R sicher enorm wichtig sein können; für uns anwesende Anästhesisten, Gynäkologen, Internisten und HNOler aber eher von entfernter Bedeutung sind und ewig sein werden. Allerdings besteht die Hoffnung darauf, daß zu den alljährlichen Auffrischkursen auch noch mehr und mehr Schreibkram auf den “Strahlenanwender” zukommen wird - es lebe der Strahlenschutz!!!