hennings welt

Liegt doch ein Sinn im subjektiv Sinnlosen?!?

Februar 26th, 2006

Worin besteht mein Kontakt zur Radiologie als Anästhesist? Ich gucke mir dann und wann ein Thorax-Röntgenbild an, um festzustellen, ob der Patient narkosefähig ist (die Leitlinien sagen bei älteren oder ASA III/IV-Patienten sollte man das tun) und wünsche mir eben bei solchen Patienten ab und zu ein solches Bild vor der Durchführung der Narkose.
Wenn ich dann mal auf der Intensivstation arbeite, ordne ich sogar mal ein solches Thorax-Röntgen an und stehe in der Nähe (natürlich mir respektvollem Abstand), wenn es von den MTA-R (medizinisch- technichen Assistenten/ Radiologie) durchgeführt wird. Ähnlich in der Nähe bin ich mal im OP, wenn die Unfallchirurgen etwas am Patienten unter Durchleuchtung operieren - auch hier selbstverständlich mit (3,5-) millimeterdicken Schutzschürzen und gebührendem Abstand.

Aber, da wir ja in Deutschland leben, wo alles irgendwie gesetzlich geregelt ist, muß selbst der gemeine Anästhesist einen Strahlenschutzkurs absolvieren, um die o.g. Dinge überhaupt machen zu dürfen! Und dieser Kurs besteht aus einer Belehrung, einem Grundkurs, einem Spezialkurs und 12 Monaten Sachkunde, die von einem fachkundigen Arzt bescheinigt werden muß. Erst dann kann ich meine Fachkunde beantragen und die o.g. Dinge selber durchführen!!!

Und so habe ich also dieses Wochenende fast 28 Stunden an drei Tagen mit Strahlenschutz verbracht (was nur der Belehrung und dem Grundkurs entspricht…). Leider wurde ich nicht ganz “dort abgeholt, wo ich stand”… Ich wurde mit stundenlanger Theorie über Strahlenphysik und über Dosismessungen beschallt, die für angehende Radiologen und MTA-R sicher enorm wichtig sein können; für uns anwesende Anästhesisten, Gynäkologen, Internisten und HNOler aber eher von entfernter Bedeutung sind und ewig sein werden. Allerdings besteht die Hoffnung darauf, daß zu den alljährlichen Auffrischkursen auch noch mehr und mehr Schreibkram auf den “Strahlenanwender” zukommen wird - es lebe der Strahlenschutz!!!

Es lebe der Sport!

Februar 20th, 2006

Heute habe ich meinen ersten Termin beim Rückentraining im fitsport in Stade gehabt. Wir wurden ordentlich gequält, aber im Nachhinein war es mal wieder schön, ein wenig körperliche Betätigung hinter sich zu haben!

nike

Wenn ich mindestens acht von den zehn Terminen wahrnehme, zahlt mir die DAK 80% des Preises (von 69 Euro) zurück - ausnahmsweise mal ein faires Angebot einer Krankenkasse, wie ich finde.

Die Lama und ihre Tücken

Februar 7th, 2006

Heute wurde ich zum ersten Mal Zeuge, daß eine Larynxmaske (Lama) nicht nur Vorzüge hat:

Während einer einfachen Narkose, die wir mit Lama durchführten, bekam der Patient plötzlich und unerwartet einen Laryngospasmus. Natürlich passiert so etwas, wenn ich gerade mal für ein paar Minuten ohne anderes Anästhesiepersonal im Saal bin….

Zunächst stieg nur die Herzfrequenz an und ich ging davon aus, daß der Patient Schmerzen hat und gab ihm 0,5 mg Alfentanil. Außerdem hatte ich kurz vorher das Sevofluran (Narkosegas) ein wenig höher gestellt, da die OP ein wenig schmerzhaft sein kann und der Patient also eigentlich tief schlief. Die Herzfrequenz wurde allerdings leider nicht langsamer und zusätzlich wurden Zunge und Lippen des Patienten violett, während die O2-Sättigung gen 80 % tendierte. Ich sandte also schleunigst nach anästhesiologischer Verstärkung und habe derweil versucht, irgendwie irgendwelche Luft in den Patienten hineinzubekommen - leider zunächst erfolglos.

Also entschied ich, flugs die Lama zu entfernen und eine Maskenbeatmung zu versuchen - mit ebenfalls eher mäßigem Erfolg. Die herbeigeeilte Anästhesieschwester hatte zum Glück auch zwei hilfreiche Hände dabei. Wir entschieden uns, einen Tubus zu Rate zu ziehen und so wurde schon mal Succi aufgezogen und nachdem auch mein Anästhesist wieder da war, starteten wir den ersten (frustranen) Intubationsversuch. Der zweite klappte und wir bekamen Luft in den Patienten, dessen Sättigung auch schnell wieder 98% erreichte.

Kurz danach war die OP vorbei und wir konnten den Patienten problemlos extubieren.

Ich persönlich hatte allerdings genug Adrenalin ausgeschüttet….

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