Tja, da bin ich kaum weg und schon ist die erste Hälfte meines Chirurgie-Tertials auch schon wieder vorbei.
Und was ist das Fazit?
1. Die Arbeitsatmosphäre ist hier in der Schweiz, bis auf ein paar cholerische, offensichtlich bipolar gestörte, hier nicht näher zu bezeichnende “Kollegen”, deutlich netter, als ich es bisher aus Deutschland kennenlernen durfte.
2. Chirurgie ist nicht meine Welt, wobei die Zeit auf dem Notfall wirklich Spass gemacht hat (dort sitze ich auch gerade, mitten in meiner aller letzten Schicht im KSW…
).
3. Notfallmedizin ist viel toller, als Chirurgie alleine.
Was habe ich also hier so gesehen? Im OPS (Operationssaal) durfte ich Operationen wie Appendektomien (laparoskopisch oder offen) “tatkräftig” unterstützen,
Wenn ich dabei nicht s’Langebeckli, s’Sugi oder den Roux richtig in die Wunde gehalten hätte, wer weiss, was dann alles schief gelaufen wäre…
Gerne auch habe ich z.B. die Behebung einer gelenknahen Femurfraktur mittels Gammanagel beaufsichtigt,

oder dem Operateur den einen oder anderen aufmunternden Kommentar zukommen lassen, damit die Qualität erhalten bleibt

(das nennt man glaube ich “Qualitäts-Management”).
Und trotzdem, nein, ich finde operieren einfach nicht interessant, auch wenn die Chirurgen wirklich zeitweise sehr unterhaltsam sein können (im positiven und v.a. im negativen Sinne…).

Nun bleibt also heute abzuwarten, ob diese Nacht genauso schlimm wird, wie die letzte - ich durfte gestern von 18:30 Uhr bis morgens um 8 Uhr hier verweilen. Aber die Arbeit auf dem Notfall, insbesondere, wenn man mal ein bisschen eigenständiger Arbeiten kann, macht wirklich Spass - im Endeffekt konnte ich doch noch ein paar mal Wunden nähen oder tackern.
Also: bleibt die Hoffnung, dass ich auch im Klinikum Nord Heidberg ein bisschen auf der Notaufnahme herumtoben darf!